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Änderung im Gottesdienstangebot

Änderung im Gottesdienstangebot
Veröffentlicht am Di., 25. Jan. 2022 11:40 Uhr
Aktuelles aus der Gemeinde

Die Beobachtungen über das Teilnahmeverhalten von Menschen, von Gemeindegliedern an Gottesdiensten lassen einen Schluss zu: Der Gottesdienstbesuch gehört für eine Mehrheit nicht mehr zur Gestaltung des Sonntags dazu. Für nur noch einige (weniger werdende) Menschen ist der sonntägliche Kirchgang eine Selbstverständlichkeit.

Das ist ja nichts Neues, werden viele jetzt denken – willkommen in der Realität! Ja, es ist schwer, als Gemeinde, als Pfarrer, das anzuerkennen. Der Gottesdienst gilt doch als das Herzstück, als die Mitte des Gemeindelebens, jedenfalls theologisch gesehen. Für die Bedürfnisse der Gemeindeglieder ist er das (teilweise) schon lange nicht mehr. Aber dennoch ist es gut, das erfahre ich in Gesprächen immer wieder, wenn Gottesdienst stattfindet, wenn sozusagen stellvertretend gefeiert wird, dass ich also hingehen und teilnehmen könnte, wenn ich nur wollte.

Schon vor der Pandemie war es in der Waldkirche zu dem Phänomen gekommen, dass mehr Menschen anwesend waren, die in irgendeiner Wiese Dienst taten, als Menschen, die den Gottesdienst besuchten. Darüber ist diskutiert worden. Auch das ist schließlich eine Gottesdienstgemeinde, die sich dort zusammenfindet. Doch wären es ohne Dienst noch bedenklich weniger Feiernde. Können die Ressourcen nicht anders besser genutzt werden, für Angebote etwa, nach denen mehr Bedarf besteht?

Nach Beratungen im GKR und im Beirat, nach einer Umfrage und einer Anhörung in einer Gemeindeversammlung hat der GKR schließlich folgende Entscheidung getroffen: Die Regel zur Anzahl von Gottesdiensten an Sonn- und kirchlichen Feiertagen soll umgedreht werden. Bisher galt: In der Regel werden an jedem Sonn- und Feiertag Gottesdienste in der Wald- und in der Dorfkirche gefeiert. Nur zu besonderen Anlässen gibt es einen Gottesdienst in der einen Gemeinde.

In naher Zukunft soll gelten: In der Regel wird an jedem Sonn- und Feiertag in der einen Gemeinde ein Gottesdienst gefeiert, in Ausnahmefällen an beiden Orten, wie an Karfreitag oder anlässlich der GKR-Wahl im November. In beiden Kirchen soll ein Abendmahlsgottesdienst pro Monat angeboten werden. Die Verteilung soll so erfolgen, dass bei vier Sonntagen im Monat drei Mal in der Dorf- und einmal in der Waldkirche gefeiert wird. Hat ein Monat fünf Sonntage, werden in der Waldkirche zwei Gottesdienste gefeiert.

Feste Zuordnungen haben wir vermieden, um flexibel bleiben zu können, was z.B. Taufanfragen angeht. Der gewonnene Raum, die gewonnene Zeit kann für gänzlich neue Angebote genutzt werden, die aus der Mitte der Gemeinde kommen: komplett ehrenamtlich organisierte geistliche und meditative Angebote, Konzerte, themenbezogene und generationenübergreifende Gesprächsrunden.

Ja, es werden insgesamt wohl weniger Gottesdienste gefeiert werden als früher. Wir sehen damit der Realität ins Auge. Wenn die aktuell angebotenen Gottesdienste so besucht wären, wie sie es vor 30 oder 40 Jahren waren, bestünde kein Anlass zur Änderung. Nun aber sind wir weniger (die, die aktiv Dienst tun, und die, die teilnehmen). Dennoch öffnen wir die Gelegenheit, neue Ideen Wirklichkeit werden zu lassen.

Pfarrer Michael Glatter