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Freitagnachmittag bei der Jungschar

Freitagnachmittag bei der Jungschar
Veröffentlicht am Fr., 29. Okt. 2021 15:37 Uhr
Bericht Jungschar

Bericht und Interview -

„Mama! Beeil Dich endlich...! Wir gehen schon mal vor.“ Ungeduldig stehen meine Kinder an der Haustür, ausgestattet mit Picknickdecke, Keksen und Getränken. Und schon flitzen sie los, ich etwas langsamer hinterher. Am Zaun treffe ich unseren Nachbarn, einen alten Herrn, der mit der Hand die Augen beschattet und den Kindern verwundert hinterherschaut. „Die sind ja schneller als der Blitz“, lächelt  er. „Gibt es da irgendwo etwas Besonderes?“ Ja, Gemeinschaft! Freitagnachmittags um 16 Uhr zieht  es die Kinder magisch zur Jungschar in den Gemeindesaal der Waldkirche.

Seit fünf Jahren ist die Jungschar fester Bestandteil unseres familiären Terminplans und für die Kinder das „Highlight“ der Woche. Heute habe ich mich bei Corina Rochlitz, unserer Kantorin und Gemeindepädagogin, zur Jungschar  eingeladen. Normalerweise sind die Eltern nicht  dabei, die Kinder sind bei Frau Rochlitz schließlich  gut aufgehoben. Aber heute will ich mal hineinschnuppern, denn ich habe mir vorgenommen, ein  Interview für den Gemeindebrief mit den Kindern und  Frau Rochlitz zu machen.  Die Kinder treffen sich mit Frau Rochlitz vor dem  Gemeindesaal. Weil das Wetter so schön ist, setzen sich alle mit ihren Picknickdecken auf die Wiese  vor der Kirche in einem großen Kreis auf den Boden.  In die Mitte auf ein grünes Tuch kommt eine dicke, von den Kindern schön gestaltete Kerze. „Darf ich  die anzünden?“ Ein Junge im Teenager-Alter bekommt die ehrenvolle Aufgabe übertragen.

Was jetzt folgt, ist die „Ankommrunde“: Alle Kinder und auch Frau Rochlitz dürfen berichten, wie es ihnen geht und was in der vergangenen Woche besonders schön war oder besonders geärgert hat. Die  Kinder hören einander respektvoll zu und ich merke,  wie ich selbst zur Ruhe komme. „Normalerweise  reichen wir einen Knautschball herum und es redet  nur der, der ihn gerade hat“, berichtet Frau Rochlitz. Aber wegen der Hygienevorschriften geht das jetzt  leider nicht.

Nach der Ankommrunde geht es noch einmal um das Gleichnis vom Feigenbaum im Weinberg. Am letzten Freitag haben die Kinder draußen auf der Wiese dazu ein Comic gemalt. Heute wird die Geschichte  mit verteilten Rollen erlebbar. Wird der Baum am Ende doch noch Früchte tragen? „Die Geschichte vom Feigenbaum ist ein Gleichnis“, erklärt Frau Rochlitz. Ein  Bildvergleich für echte Lebenssituationen. Die Kinder diskutieren, wer mit dem Feigenbaum gemeint  sein könnte. Menschen, die schon alt sind oder nicht  (mehr) so funktionieren, wie sie sollen? Dafür haben  sie aber eindeutig andere wertvolle Qualitäten, entscheiden die Kinder. Frau Rochlitz schlägt vor, das Rollenspiel bei einem Gottesdienst vorzutragen. Das  finden die Kinder gut.

Danach spielen wir gemeinsam ein Ballspiel, das mit sehr viel Rennen, Verrenkungen und Gelächter verbunden ist.  Am Ende sind wir alle ziemlich außer Puste.

Jetzt ist endlich Zeit für meine Fragen:

Was gefällt Euch am besten an der Jungschar? „Die Spiele!“, „Es ist schön, zusammenzusitzen und zu reden.“, „Dass ich auch mal eine Kerze anzünden darf!“, „Das Krippenspiel!“

Wer darf an der Jungschar teilnehmen? „Alle Kinder ab dem Vorschulalter. Das zurzeit jüngste Jungscharkind ist fünf Jahre alt, die Teamer sind schon 14.“

Welche Themen und Aktionen hat es in der Vergangenheit gegeben? „Wir sprechen über biblische Geschichten und über  ethische Themen. Aber auch über Aktuelles wie z.B. Umweltschutz und Mauergeschichte. Das kann man  sich hier alles im Wald anschauen. Wir singen und basteln zusammen. Besonders viel Spaß macht den Kindern die Jungscharübernachtung vor den Sommerferien. Da backen wir Bibelkuchen, kochen und  essen gemeinsam, die Kinder dürfen die Kirche erkunden und auf den Glockenturm steigen. Nach den  Herbstferien proben wir für das Krippenspiel.“

Wie bringt Ihr die Interessen der kleineren und der großen Kinder und der Jugendlichen unter  einen Hut? „Wir beleuchten die Themen aus verschiedenen  Blickwinkeln, da ist für jede Altersstufe etwas dabei. Die jugendlichen Teamer helfen beim inhaltlichen Vorbereiten der Jungschartreffen. Wenn ein Kind ein besonderes Anliegen hat, also ein Thema, das es an diesem Tag besonders bewegt, dann sprechen wir darüber. Bei den gemeinsamen Spielen oder beim Singen haben alle ihren Spaß.“

Was hat die Jungschar während der Pandemie-Zeit gemacht? „Da haben wir die Treffen als Online-Konferenzen abgehalten, uns unterhalten und interaktive Spiele gespielt. Das fanden die Kinder spannend.“

Was plant Ihr für die nächsten Treffen? „Wir wollen noch mal in den Wald rund um die Kirche zum Müllsammeln gehen. Da hat sich schon  wieder einiges angesammelt. Und wir werden das  nächste Krippenspiel planen. Außerdem möchten die Jungscharkinder und Jugendlichen gemeinsam die  Kinder- und Jugendebene unterhalb des Gemeindesaals der Waldkirche neu gestalten.“

Der gemeinsame Nachmittag neigt sich dem Ende  zu. Wir bilden einen großen Kreis – leider dürfen wir  uns momentan nicht an den Händen fassen – und  sprechen den Abschiedsgruß: „Jesus ist das Licht der Welt, der immer stets treu zu uns hält. Wenn wir  jetzt nach Hause gehen, lässt er uns nicht einfach  stehen. Auf Wiedersehen!“

Es ist schön hier auf der Wiese vor der Kirche zwischen den großen alten Bäumen, durch die das Sonnenlicht in langen Strahlen hindurchscheint, und ich beschließe, noch ein bisschen zu bleiben. Denn im  Anschluss proben hier die Jungbläser. Das höre ich mir jetzt mal an..

Simone Schlewitz