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Hoffnungsvoller Karfreitag

Hoffnungsvoller Karfreitag
Veröffentlicht am Fr., 2. Apr. 2021 14:38 Uhr
Aktuelles aus der Gemeinde

Liebe Chormitglieder, liebe Heiligenseer Gemeinde, 

als ich vor einem Jahr Grüße zum Karfreitag versendete, hätte ich mir nicht vorstellen können, dass wir ein Jahr später noch immer mit so vielen Beschränkungen leben müssen. Ich verspüre viel Mutlosigkeit, Stillstand, Erschöpfung und ja, auch Aggression. Ich lese keine Zeitung mehr und sobald ich Nachrichten anstelle, schalten meine Ohren auf „Durchzug“... kurz gesagt, meine Geduld ist aufgebraucht. Ich vermisse zwanglose Begegnungen, offenes und unmaskiertes Lächeln und vor allem Umarmungen, ich vermisse Ideen, Träume und Visionen. Falls ich dann wirklich mal jemanden treffe, so gibt es nicht viel zu sagen, meist jammern wir alsbald gemeinsam über die Lage. Ich ertappe mich dabei, dass ich mir ein „morgen“ gar nicht mehr vorstelle, sondern dass „morgen“ gleichbedeutend mit „nach der Pandemie“ geworden ist.

Ja, ich stecke fest. Einerseits möchte ich laut schreien und allen Beschränkungen entfliehen,  andererseits möchte ich trotz allem vertrauen und verantwortungsvoll handeln. Gott, wie soll das weitergehen? Wie viele Menschen werden noch sterben? Wie viele Menschen werden Schäden davontragen an Leib und Seele? Was macht die Pandemie mit unserem Zusammenleben, mit Beziehungen, mit unseren Kindern und Jugendlichen? Wie viele Menschen werden am Ende der Pandemie vor dem Ruin stehen...?

Immer wieder im Leben gibt es Situationen, in denen alles ausweglos erscheint, wir an eine Grenze stoßen oder scheitern. So wie Jesus damals drückt uns das Kreuz zu Boden, stehen wir vor einem Ende. In solchen Situationen Vertrauen erfahren zu können, ist ein Segen. Vertrauen in unser Leben, auf Menschen in unserer Nähe, auf Gott. Vertrauen öffnet unser Leben schon am Karfreitag für die Zukunft. Vertrauen zeigt auf der Grenze des Lebens, dass der Gott der Liebe uns immer wieder ins Leben zieht. Gemessen daran, ist Corona nur eine Episode. Leben ist so viel mehr...

Mit dem Lied „Aus der Zwiebel wächst die Blume...“ grüße ich euch und Sie alle herzlich an diesem wiederum sehr stillen Karfreitag und wünsche so viel Kraft wie nötig und so viel Vertrauen wie möglich.

Eure/ Ihre Cornelia Vogt

Es musizieren für Sie unsere Kinder- und Jugendkantorin Cornelia Vogt und Familienmitglieder nach dem song „In the bulb there is a flower” von Natalie Allyn Wakeley Sleeth (USA), 1985, dt. Übersetzung von Lothar Pöll, 1999; copyright HOPE Publ., für D: Small Stone Media Germany GmbH [abgedruckt in:

Singt Jubilate : Lieder und Gesänge für die Gemeinde, Berlin 2013. - Anm. d. Red.]