Gedanken zum Karfreitag

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Veröffentlicht am Do., 2. Apr. 2020 09:00 Uhr
Aktuelles aus der Gemeinde

Die Wochen von Aschermittwoch bis zum Karfreitag sind in der evangelischen und in der katholischen Kirche die Passionszeit. In ihr steht die Erinnerung an das Leiden Jesu, seine Passion, im Mittelpunkt. Höhepunkt ist das Gedenken an seine Kreuzigung am Karfreitag. Viele Christinnen und Christen fasten in der Passionszeit. Sie tun das in der Regel freiwillig, manche verzichten auf Alkohol, einige auf Süßigkeiten, andere aufs Schimpfen, wenige auf die Sozialen Medien.

In diesem Jahr mussten wir alle verzichten: auf den Kontakt untereinander, das Umarmen, das Händeschütteln. Unser aller Leben ist so durcheinander gewirbelt, wie wir es uns zum Jahreswechsel mit den Ausblicken auf das neue Jahr nie hätten vorstellen können. 

Doch wir haben Hoffnung. Ich habe Hoffnung. Meine Hoffnung speist sich aus der Bibel. Sie wird genährt von der Geschichte Jesu. Sie hörte nicht am Karfreitag auf. Sie ging weiter. Am Ostermorgen war er wieder lebendig. Jesus teilte unser Leid bis zum Äußersten. Er teilt auch sein Leben mit uns. Das ist der Kern meiner Hoffnung. Deshalb sehe ich ein Licht in der Finsternis. Das ist auch der Grund, weswegen wir bei aller Isolation und Kontaktsperre nie allein sind. Klar, wir haben uns. Wir achten aufeinander, kümmern uns um die, die bedürftig sind. Wir haben aber auch Jesus an unserer Seite. 

Jesus ist die fleischgewordene Liebe. Er ist ein Vorbild, sich den Schwachen zuzuwenden, sie in die Gemeinschaft zurückzuholen (oder am besten gar nicht erst hinausfallen zu lassen). Nächstenliebe und Liebe zu Gott fallen bei ihm in eins. Mit diesem Wegbegleiter ist mir nicht bang. Mit ihm kann ich nach vorne sehen und muss keine Angst haben. Denn am Ende wird die Liebe stärker sein als alles andere. Teilen Sie diese Hoffnung dann mit mir zu Ostern!* 

 

Vater unser im Himmel,

geheiligt werde dein Name.

Dein Reich komme.

Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.

Unser tägliches Brot gib uns heute.

Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen.

Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.  


Ihr Pfarrer Michael Glatter


Stellvertretend für die Gemeinde feiere ich am Ostermorgen eine Andacht am Ostergarten. Diese können Sie, wenn sie dann als Video hochgeladen wurde, auf unserer Internetseite abrufen.

*Bausteine für eine eigene kleine Osterandacht zuhause finden Sie  >>> hier.

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