Wir feiern einen 96. Geburtstag

Veröffentlicht am So., 24. Sep. 2017 15:45 Uhr
Bericht ONW

- so lautete die Ankündigung für diesen Offenen Nachmittag am 30.8.2017 in der Waldkirche. Die Jubilarin hatte sich sehr auf diesen Nachmittag gefreut und konnte nicht mehr dabei sein. Sie ist friedlich und still in einem Hospiz für immer eingeschlafen. 


„Es gibt nichts, was die Abwesenheit

eines geliebten Menschen ersetzen kann.

Je schöner und voller die Erinnerung,

desto härter die Trennung,

aber die Dankbarkeit

schenkt in der Trauer eine stille Freude.

Man trägt das vergangene Schöne

wie ein kostbares Geschenk in sich.“

(Dietrich Bonhoeffer)


Dieser „Offene Nachmittag“ in der Waldkirche verlief sehr feierlich. Unter der Leitung von Herrn Pfarrer Glatter und Herrn Pfarrer Waßerfall wurde gebetet und würdevoll der Verstorbenen gedacht. Beim Singen des ersten Chorals „So nimm denn meine Hände und führe mich...“ machten alle Anwesenden einen ergriffenen Eindruck, viele hatten Tränen in den Augen. Herr Pfarrer Glatter hatte noch zwei Tage vor ihrem Tod Frau L. im Hospiz besucht. Er berichtete, dass sie dankbar gewesen sei und trotz ihrer großen Schwäche mit ihm das „Vaterunser…“ mitbetete.


Danach übernahm Herr Pfarrer Waßerfall das Wort und berichtete in Kurzform über Erlebnisse der Verstorbenen. Es folgte ein „Ausflug“ in die Vergangenheit. Herr Pf. Waßerfall erinnerte sich an den Bau der Autobahn in Richtung Hamburg, dass dadurch - auf Verlangen einer Partei - der Durchgangsverkehr auf der Ruppiner Chaussee teilweise gesperrt wurde. Der neu entstandene Fahrradweg wurde kurzerhand wieder entfernt. Ein anderer Fall: Beim Einbruch in die Waldkirche wurde u.a. das Altarkreuz geraubt. Nachdem im darauffolgenden Gottesdienst vor vollem Gotteshaus über diesen Diebstahl gesprochen wurde, fand jemand das, in eine Plastiktüte eingewickelte, Altarkreuz nicht weit entfernt von der Waldkirche wieder. Selbstverständlich wurde auch die Polizei eingeschaltet. Ein zweiter Choral folgte: „Großer Gott, wir loben dich…“
Zurück zum traurigen Anlass, erzählten mehrere Teilnehmer kleine Erlebnisse, die sie mit Frau L. hatten. Wir alle waren uns darüber einig, dass sie nicht nur eine gläubige Kirchgängerin, sondern von ihrem Wesen her eine stets freundliche, ideenreiche und hilfsbereite Frau war. Mit dem Lied „Komm, Herr,  segne uns, dass wir uns nicht trennen...“ verabschiedeten wir uns gegenseitig. 

Waltraud Walter

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