500 Jahre Martin Luther

Veröffentlicht am Do., 20. Jul. 2017 19:36 Uhr
Bericht ONW

Vortrag von Herrn Pfarrer Axel Luther am 19. Juli 2017

Die heutige Fortsetzung des Vortrages vom 01.02.17, Thema 500 Jahre Martin Luther,  von Herrn Pfarrer Luther, begann mit einem Artikel des Tagesspiegels vom 18.07.17 - “Antisemitismus - Luthers böse Schriften” von Manfred Gailus.
Martin Luthers Judenhass war nicht bloß theologisch motiviert. Oft wurde dabei erwähnt: “…aber in seiner Jugend habe er judenfreundlich geschrieben”. Eine Lutherbotschafterin hält daran fest, Luther sei in seinen schlimmen Auslassungen über die Juden “nur” antijudaistisch gewesen, und damit eben nicht antisemitisch. Ein Kirchenhistoriker spricht im Zusammenhang mit Luthers bösen Schriften von “literarischer ,Endlösung der Judenfrage´”.
Martin Niemöller und Dietrich Bonhoeffer kämpften für die Juden. Niemöller war ein deutscher evangelischer Theologe und entwickelte sich seit 1937 als Häftling im Konzentrationslager Sachsenhausen allmählich zum Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Nach 1945 engagierte er sich für eine Neuordnung der Evangelischen Kirche und trat in der Friedensbewegung in Erscheinung.
Dietrich Bonhoeffer war ein lutherischer Theologe und am deutschen Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt. Er starb am 09. April 1945 im KZ Flossenbürg. Im Jahr 1521 begegneten sich der 21jährige Kaiser Karl V - Kaiser des römischen Reiches -  und Martin Luther, damals im Alter von 38 Jahren, anlässlich des Reichstages zu Worms. Martin L. wurde dorthin befohlen. Kaspar Sturm, kaiserlicher Reichsherold, begleitete Luther auf dieser Reise nach Worms und zurück, schützend und unterstützend. Der Kaiser hatte freies Geleit befürwortet und Martin Luther konnte in seine Heimat zurückreisen. Martin Luther und Huldrych Zwingli trafen sich in ihrem Leben nur ein einziges Mal. Die hessische Stadt Marburg darf sich heute rühmen, als einzige Stadt überhaupt Luther- und Zwingli-Stadt zugleich zu sein. Denn hier, im Landgrafenschloss, das hoch über der Altstadt thront, fand wohl die bedeutendste Theologenversammlung statt. Vom 01. bis 04. Okt. 1529 trafen sich Martin Luther, Huldrych Zwingli und viele weitere namhafte Persönlichkeiten der reformatorischen Bewegung zum sogenannten Marburger Religionsgespräch.
Katharina von Bora wurde Luthers Ehefrau. Im gemeinsamen Wittenberger Haushalt spielte die ehemalige Nonne von adliger Abstammung keine Nebenrolle. Heute würde man sagen, die Ehefrau des Reformators hatte die Hosen an. Martin Luther nannte sie deshalb seinen “Herrn Käthe”, sie galt nach wie vor als kluge und tatkräftige Frau, die Auseinandersetzungen nicht scheute. Sie führte selbstbewusst das “Wirtschaftsunternehmen Luther”, denn ihr Mann verstand vom Geld sehr wenig.

Wir bedanken uns bei Herrn Pfarrer Luther für diesen so interessanten Vortrag.
Waltraud Walter


Quelle Foto: Lotz / gemeindebrief_evangelisch
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