Chirurg Prof. Ernst von Bergmann

Veröffentlicht am Do., 11. Mai. 2017 00:00 Uhr
Bericht ONW

Kurzfassung meines Vortrages am 5.4.2017


In Riga, Bergmanns Heimatstadt, wurde er am 16. Dezember 1836 geboren. Sein Vater, Richard v. Bergmann, hatte das Amt eines Pastors inne. Dieser erzog seine Kinder in strengem Gehorsam und hielt sie zur Wahrheitsliebe und einem unanstößigen Leben an. Die Mutter - Bertha v. Bergmann geb. Krüger, war die Tochter eines Kaufmannes. Wer wie Prof. Ernst von Bergmann einer alten Predigerfamilie angehörte, war besonders günstig dran. Er hatte als Kind das Glück, von Vater und Mutter unterrichtet zu werden, so fiel zumindest ein Teil der Schulquälerei weg.
Nach der höheren Schulausbildung in der humanistischen Lehranstalt Birkenruh bei Wenden (in Livland) studierte Bergmann ab 1854 vier Jahre lang Medizin in Dorpat in Estland. Im Anschluss an die Promotion (1860) war er als Assistent an der Chirurgischen Klinik Dorpats tätig. Nachdem er 1878 zunächst einer Einladung nach Würzburg gefolgt war, übernahm er das Direktorat der Chirurgischen Uni-Klinik (Charité) in der Ziegelstraße, die er bis 1907 leitete.
Bergmann muss ohne Zweifel den größten Chirurgen seiner Zeit zugerechnet werden. Besonders in der Kriegschirurgie - als Leiter von Feldlazaretten - hatte er als Teilnehmer des Preußisch-Österreichischen (in 1866), des Deutsch-Französischen (in 1870/71) und des Russisch-Türkischen Krieges (1877) eine Menge Erfahrungen sammeln können. Diese Tätigkeit prägte entscheidend seinen weiteren Berufsweg.
Für Verdienste um die ärztliche Fortbildung wird die Ernst-von-Bergmann-Plakette vom Präsidenten der Bundesärztekammer verliehen. Diese Plakette wurde 1962 gestiftet und wird seitdem in unregelmäßigen Abständen an in- und ausländische Persönlichkeiten verliehen. Diese Auszeichnung ist nach Ernst von Bergmann benannt, dem deutschen Chirurgen und Wissenschaftler, dessen Verdienst die Einführung der Asepsis bei Operationen und der Behandlung von Wunden war.
Am 2. Oktober 1882 zog Bergmann in Berlin ein, und am 1. November hielt er in der Universitätsklinik seine Antrittsvorlesung. Hier verblieb er bis zu seinem 70sten Lebensjahr. Hier erntete er Ruhm und Ehre, nicht nur durch sein so verantwortungsvolles Amt. Am 25. März 1908 starb Ernst von Bergmann im Beisein seiner nächsten Angehörigen. In der Nacht vom 28. auf den 29. März wurde er nach Berlin überführt und am darauffolgenden Tag fand im großen Hörsaal des Langenbeck-Hauses eine ergreifende Trauerfeier statt. Zur letzten Ruhe wurde er auf dem „Alten Kirchhof“ von Potsdam gebettet, wo sein Grab bis heute erhalten ist.
Der Mensch erfährt, er sei auch wer er mag, ein letztes Glück und einen letzten Tag.
Waltraud Walter
Quellen: Buch „Ernst v. Bergmann“ von Arend Buchholz, Internet - Wikipedia, Zeitungsausschnitte


Quelle Fotografie: By Meisenbach Riffarth & Co., Berlin [Public domain], via Wikimedia Commons

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